
The Quiet Locus
Jahr 2021 - 2026
„The Quiet Locus“ betrachtet Vertreibung nicht als einmaliges Ereignis, sondern als einen Zustand, der sich innerhalb des Bildes selbst entfaltet. Die Serie arbeitet mit alltäglichen Fotografien, die aus ihrem ursprünglichen Kontext herausgelöst wurden, und bringt diese Fragmente in direkten Kontakt mit instabilen Umgebungen – untergetaucht in Wasser, teilweise unter Steinen vergraben, von organischem Material überwuchert oder durch die Anwesenheit von Insekten unterbrochen.
Durch diese Begegnungen ist das Bild kein feststehendes Dokument mehr, sondern wird durchlässig und kontingent. Gesichter verschwimmen, Oberflächen lösen sich auf, und Details werden durch sich verändernde materielle Bedingungen verdeckt oder offenbart. Die Fotografien befinden sich in einem Zustand des Übergangs, in dem Sichtbarkeit fragil und niemals vollständig gesichert ist.
Anstatt Vertreibung zu veranschaulichen, inszeniert das Werk sie. Die Bilder werden Prozessen der Absorption, Erosion und Unterbrechung ausgesetzt, wodurch Zeit, Umgebung und Zufall als Mitwirkende agieren können. Auf diese Weise wird Erinnerung nicht bewahrt, sondern ins Wanken gebracht – von ihrem Ursprung losgelöst und durch ihre Umgebung neu konfiguriert. Durch die Verbindung von Archivbildern und physischen Eingriffen untersucht die Serie, wie Fotografien zwischen Kontexten wandern, Bedeutung ansammeln und verlieren und sich einer festen Interpretation entziehen. Die Arbeiten bewegen sich in einem Raum zwischen Präsenz und Verschwinden, in dem Vergangenheit und Gegenwart in einem ständigen Verhandlungsprozess koexistieren.























