
Stiller Zeuge
In der Serie Silent Witness versucht die Künstlerin, Zeit und Raum zu suspendieren und eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart herzustellen. Ausgangspunkt sind Erinnerungsfotografien, die sowohl als ästhetische Objekte als auch als kulturelle Artefakte verstanden werden. Durch Eingriffe wie Überlagerung, Reduktion und materielle Veränderung werden die Bilder aus ihrem ursprünglichen Kontext gelöst und in neue Bedeutungsräume überführt. Abwesenheit, Fragilität und Stille werden dabei zu zentralen Trägern der Erzählung.
Im Zentrum stehen grundlegende Fragen nach der Wirkmacht der Fotografie: Was bewahrt ein Bild, und was verschweigt es? Wie tragen Fotografien Spuren gelebter Erfahrungen in sich und bleiben zugleich offen für neue Lesarten? Durch die Neuinterpretation historischer und volkstümlicher Bildwelten untersucht die Serie, wie Fotografien nicht nur Erinnerung konservieren, sondern auch als Zeugen fungieren können, die zukünftige Narrative und mögliche Zukünfte imaginieren.

